Besetzer_innen sehen Aktion als Erfolg

Pressestatement zum 15.8.2011

In der Nacht des 12.8.2011 wurde in Groß Munzel (bei Wunstorf/Region
Hannover) ein Feld von Aktivist_innen besetzt, auf dessen Nachbarfeld eine
Hähnchenmastanlage geplant ist. Diese soll eine der 420 Zulieferbetriebe
für Europas größten Hühnerschlachthof in Wietze werden und 84.000 Tiere
mästen, um sie dann töten zu lassen. Doch noch kann sich der potentielle
Betreiber Arnd von Hugo anders entscheiden und seine Pläne zurückziehen,
um stattdessen ökologisch vertretbare und nachhaltige Landwirtschaft zu
betreiben.

Hier gehts weiter:
Die geplante Anlage befindet sich momentan im Genehmigungsverfahren, wobei
ein Bau wegen fehlender Brandschutzmaßnahmen bisher nicht realisiert
werden konnte. Eine darauf bezogene Klage des Antragstellers entscheidet
nun über die zukünftige agrarpolitische Ausrichtung eines ganzen
Landkreises zum Thema Massentierhaltung. In der Region Hannover wurde
bisher kein industrieller Maststall genehmigt. Ein OK für den Betrieb in
Munzel könnte somit als eindeutiges Signal zur agrarindustriellen
Überwucherung eines weiteren niedersächsischen Bezirks zu werten sein.

Die Besetzung auf dem Nachbarfeld finden die Aktivist_innen nach wie vor
sinnvoll, da das angedachte Baugelände derzeit noch beackert ist. Im
übrigen äußerte sich der Eigentümer des Feldes sympathisierend mit dem
Bauvorhaben von Hugos.

Die Besetzer_innen kritisieren, dass die Polizei grundlos, wie sie selbst
zugab, mehrere Demonstrant_innen in Gewahrsam genommen hat, als diese das
Feld verlassen wollten.
Des weiteren wurde eine Besetzerin gewaltsam vom Leiter der technischen
Gruppe Hannover vom Feld gezerrt, als diese einer anderen Aktivistin,
welche sich an ein Betonfass gekettet hatte und gerade wieder frei
geworden war, beim Aufstehen helfen wollte. An ihrem Arm sind deutliche
Hämatome zu sehen.

„Wir bedauern, dass sich die Bürgerinitiative von der Aktion distanziert“,
so Martin K., einer der Besetzer. „Es hat bisher nie ein rechtskräftiges
Urteil gegen Besetzer_innen uneingezäunter Felder gegeben. Der
Straftatsbestand ‚Hausfriedensbruch‘ kann nur bei eingezäunten Feldern
auftreten, was in Munzel nicht der Fall war. Daher sind Feldbesetzungen
legal.“, so Martin.

Die Aktivist_innen werten die Aktion als erfolgreich, da es ihnen gelungen
ist, ein weiteres klares Signal gegen den Bau neuer Mastbetriebe zu setzen
und besonders von Hugo dazu aufgefordert zu haben, sein Bauvorhaben
abzusagen. Gleichzeitig haben sie gezeigt, das es auch nach dem brutalen
Angriff von Landwirten gegen die Besetzer_innen in Teplingen (Wendland)
weiterhin Widerstand gegen Massentierhaltungsbetriebe, beispielsweise im
Zusammenhang mit dem Megaschlachthof in Wietze geben wird.


1 Antwort auf „Besetzer_innen sehen Aktion als Erfolg“


  1. 1 Bäumchen 15. August 2011 um 20:00 Uhr

    Freut mich sehr für euch!

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